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Chrüteroski – ein Altmeister auf dem Douro

Unser Douro-Kreuzfahrtleiter Rolf Grossmann traf an Bord der Miguel Torga den Altmeisterder naturnahen Spitzenküche Oskar Marti. Für die SCHIFFSPOST zeichnete er die Begegnung mit dem Kochpionier auf.

Oskar Marti alias Chrüteroski ist ein legendärer Spitzenkoch, ein Original, eine leidenschaftliche, beeindruckende Persönlichkeit. Ich lernte ihn schon 2013 auf der Excellence Queen kennen, als er an unserem ersten Excellence Gourmetfestival ein fantastisches Menü für unsere Gäste zauberte. Ihn und seine Frau Ursula auf der Douro-Flussreise mit der Miguel Torga wiederzusehen, war eine Freude für mich. Chrüteroski unterbrach seine Flussferien für ein Gespräch übers Essen und das Reisen.



Schön, dich hier zu treffen, Oski. Wie ich höre ist bei dir nicht viel von Ruhestand zu merken. Was machst du so?

Alles, was Freude macht. Für das Magazin Landliebe schreibe ich meine Kolumne. Da beschreibe ich ganz praktisch, wie wir uns zu Gunsten unserer Gesundheit naturnah ernähren können. Darum geht es auch in meinem neuen Buch. Ausserdem mache ich meine Kräuterwandungen und Vorträge. Mein grosses Anliegen ist und bleibt, dass wir unseren Kindern und Enkeln einen engen Bezug zur Natur vermitteln und erklären, dass es die Natur ist, die uns ernährt und am Leben hält.

«Wir bekommen hier
das Allerbeste auf den Teller.»

Magst du die Küche hier an Bord?

Ja, sehr. Die Küche, die hier auf dem Schiff geboten wird, betrachte ich in Relation zu den Lebensverhältnissen. Ich stelle mir die Frage: Was steht den Menschen in dieser Region zur Verfügung, was ist ihre Lebensrealität? Tatsache ist: Wir bekommen hier das Allerbeste auf den Teller. Deshalb ist die Küche hier höher zu bewerten, als manche Gourmetküche. Generell bin ich der Meinung, dass wir auf Reisen nicht unsere Heimat- Perspektive zugrunde legen sollten. Wenn wir in ein Land reisen und bereit sind, unsere Verhältnisse zurückzustellen und aufzunehmen, wie die Menschen dortzulande leben, dann wird jede Reise zum totalen Vergnügen.


Wie schätzt du unsere heutige Art zu essen ein?

Wir haben in der Schweiz einen sehr hohen Standard bei den Lebensmitteln. Wir sollten schätzen, dass es uns so gut geht. Jetzt, wo ich Zeit zum Reisen habe, sehe ich das erst recht. Die Rezeptbücher meiner Mutter sind das Wertvollste, was mir vererbt wurde. Gekocht wurde damals das, was die Jahreszeit hergab, heute ist alles immer verfügbar. Als ich 1963 meine Kochlehre machte, gab man 18 Prozent fürs Essen und Trinken aus.Heute ist es weniger als sieben Prozent. Ich würde mir also mehr Wertschätzung für die Lebensmittel aber auch für die Familienmanagerin wünschen, was in der Regel ja die Mutter ist. Wirtschaftlich betrachtet ist ihre Arbeit ja nichts wert, weil wir sie nicht entlöhnen. Wir sollten uns vor Augen halten, dass ein Kotelett zu Hause sehr, sehr teuer würde, wenn man den Lohn der Köchin einkalkulieren würde.

Wie erlebst du sonst diese Flussreise?

Ich bin absolut begeistert. Die Crew ist extrem freundlich, zuvorkommend und aufmerksam. Die Route durch das Dourotal hat meine Erwartungen weit übertroffen. Wir haben nicht nur viel aus der Geschichte, sondern auch Hochaktuelles über das Leben in Portugal und dieser Region erfahren. Sehr schön waren die Begegnungen mit den anderen Reisegästen. Ich habe viele interessante und sympathische Leute aus der ganzen Schweiz kennengelernt.


Das Buch

Pionier der Naturküche

von Oskar Marti,
336 Seiten, gebunden,
Ringier-Verlag, CHF 68

Pionier der naturnahen Küche. Der preisgekrönte Spitzenkoch Oskar Marti, besser bekannt als Chrüteroski, interessierte sich schon als kleiner Bub für alles Grüne. Über die Jahre experimentierte er unermüdlich mit den verschiedensten Kräutern und besitzt heute einen enormen Wissensschatz. In seinem 18. Buch zeigt er, wie Wildpflanzen die heimische Küche bereichern. Er gibt Tipps zum Sammeln und Konservieren und verrät seine besten Wildkräuter-Rezepte für jede Jahreszeit. Der Fotograf Winfried Heinze hat Oskar Marti begleitet und seine Erlebnisse und Anekdoten in eindrucksvollen Bildern festgehalten. Ein Buch für Wanderer, Hobbyköche und Geniesser.

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