Gourmet-Flussreise nach Strassburg

Für etwas mehr als 36 Stunden aus dem Alltag ausbrechen, sich kulinarisch verwöhnen lassen und danach ruhig schlafen, während das Flussschiff den Rhein hinauffährt, am Morgen gemütlich eine Stadt erkunden und gegen Abend per Bus wieder entspannt an den Ausgangsort zurückkehren, bedeutet, im Alltag eine Insel zu schaffen.

Wer vom Berufsleben ermüdet ist, wem einerseits Glitzer im Alltag fehlt und anderseits die Zeit, um ausgiebig Ferien zu machen, sollte mit einer kurzen Gourmet-Flussreise von Basel nach Strassburg versuchen, einen Klunker in die Perlenkette der strengen Arbeitswochen einzufügen. An verschiedenen Treffpunkten in der Schweiz kann man sein Auto abstellen und in einen Reisebus einsteigen. Von da an braucht man sich bis zur Rückkehr nicht mehr um sein Gepäck zu kümmern und kann nur noch ausspannen, geniessen und sich unterhalten lassen.


Beruhigende Fahrt auf dem Rhein

Am Nachmittag steigt man in Basel ins Flussschiff, bezieht seine Kabine und geniesst bei Kaffee und Kuchen die Abfahrt des Schiffes und die Fahrt durchs Elsass. Kein Wunder, brauchte man seit Urzeiten die Flüsse als Transportwege. Die Uferlandschaften gleiten ruhig wie Bilder vorbei, kein Holpern, keine abrupten Stopps, kein hartes Anfahren und kein Verkehrsstress. Nur ab und zu passiert man eine der vielen Schleusen.

An Deck tankt man noch etwas Sonne auf, um sich danach beim Apéro auf das festliche, von Sternegastronomen gekochte Menü vorbereiten zu lassen.


Beispiel einer Gourmet-Reise

Ein Beispiel einer Fahrt mit dem Reiseveranstalter Mittelthurgau: Gekocht wurde von den beiden Sterneköchen Christian Kuchler von der Taverne zum Schäfli in Wigoltingen TG und von Stefan Heilemann vom Restaurant Ecco im Hotel Atlantis in Zürich. Themenschwerpunkte: Balik Lachs, Prunier Kaviar und Champagner aus dem Hause Perrier-Jouët. Durch den Abend führte Radio- und Fernsehmann Sven Epiney, Fachleute gaben Auskunft über Kaviar und Champagner.

Nach dem opulenten Nachtessen und einem gemütlichen Ausklang an der Bar schläft man herrlich in den Schiffskabinen – und wenn man aufwacht, ist man bereits in Strassburg.


Strassburg

Die pulsierende Hauptstadt Europas hat für jeden etwas zu bieten. Einen guten Überblick über die Altstadt bekommt man mit einer Bootsfahrt auf dem Fluss Ill, der sich im Stadtgebiet verzweigt.

Danach entdeckt man Strassburg am besten auf eigene Faust. Das Wahrzeichen der Stadt, das berühmte Strassburger Münster, das 2015 sein 1000-Jahr-Jubiläum feierte, muss man sich anschauen. Der Münsterplatz davor wird zu den schönsten Marktplätzen in Europa gezählt, auch, weil hier einige malerische Fachwerkhäuser mit zum Teil vier und fünf Stockwerken zu finden sind. Ein Prunkstück des Münsterplatzes stellt das bekannte, reich verzierte Kammerzellhaus dar. Das ganze Zentrum der Stadt, auch als «Grande Ile» bezeichnet, wurde von der UNESCO aufgrund der vielfältigen Architektur zum Weltkulturerbe erklärt.

Ein Europa-Feeling bekommt man angesichts der zahlreichen EU-Institutionen wie etwa dem Europaparlament, des Europarats oder des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.


Shoppen

Dienstag bis Samstag gibt es zahlreiche Märkte in Strassburg. Elsässische Produkte sind bekannt: Weine, Käse, Fleisch- und Wurstwaren und Backwaren. Schnell lernt man einige Begriffe wie Knack für eine Wurstsorte, Kougelhopf für Gugelhopf oder Quetsche für Pflaume.

Strassburg ist nicht nur eine lebendige Studentenstadt, sondern auch ein Shoppingparadies. Von der Place Kléber bis zur Place Les Halles findet man in Strassburg alles, von der Prêt-à-Porter-Mode über Luxus-Artikel bis zu Accessoires und Second-Hand.

Gern nimmt man sich einige Elsässer Spezialitäten mit nach Hause: Eine Flasche Wein, einen Likör, ein Glas mit Terrine, Schokolade oder einen Gugelhopf.


Kleinfrankreich

Das malerischste Viertel von Strassburg ist «La petite France». Früher lebten und arbeiteten Fischer, Müller und Gerber direkt am Wasser. Heute findet man hier reizende kleine Läden und Restaurants.

Die herrlichen Fachwerkhäuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Ihre steilen Dächer sind zu den Dachböden offen, auf denen früher Leder getrocknet wurde. In der Verlängerung von «Kleinfrankreich» befinden sich die «Gedeckten Brücken». Sie haben diesen Namen behalten, obwohl ihre Bedachung schon im 18. Jahrhundert verschwunden ist.

In der Stadt kann man wunderbar zu Mittag essen. Am Nachmittag kehrt man zum Bus zurück, der die Gäste in rund zwei bis drei Stunden wieder in die Schweiz bringt. Erst hier kümmert man sich wieder um sein Gepäck und kehrt erholt und mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause zurück.


Original-Beitrag ist erschienen am 3. Juni 2018 auf dem Blog von Regula Zellweger
«...alt werden kann ich später».



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