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Ein Tropfen Rheinwasser, sagt man, brauche zwei Wochen für seine Reise durch Europa

Schauplatz der Geschichte, Kulisse von Geschichten. Sein Ursprung liegt in Graubünden. Bis er nach 1230 Kilometern in den Niederlanden sein Delta an der Nordsee erreicht, wechselt er viele Male seine Kulisse. Der Rhein – ein mächtiger Strom. Hier von Menschenhand gezähmt, dort ein wildes Naturereignis oder ein idyllisches Biotop.

Rheinromantik. Hinter Mainz dreht der Fluss abrupt nach Norden. Eben noch war sein Flussbett fast 800 Meter breit. Hier im Mittelrheintal verengt sich sein Lauf. Eine majestätisch-romantische Kulisse tut sich auf – mit mehr als 40 Burgen, Weinbergen, Schieferfelsen. Die Loreley ist hier der Star – eine Legende der Rheinromantik aus dem 19. Jahrhundert.
 

Metropolen von Kultur und Wirtschaft. Der Kölner Dom ist das strahlende Wahrzeichen des Niederrheins. Dann durchfliesst der Strom das grösste Ballungsgebiet Deutschlands, die Region Rhein-Ruhr. In Duisburg liegt Europas grösster Binnenhafen, rund um Essen die stillgelegten Kohlebergwerke.

 

Übers platte Land nach Rotterdam. Stromabwärts leben die Menschen von der Landwirtschaft. Der Horizont weitet sich. Hinter der deutsch-niederländischen Grenze im Rhein-Maas-Delta teilt und verästelt sich der Rhein, um schliesslich – gelotst von Schleusen und Gezeiten – in die Nordsee zu münden. Hier liegt Rotterdam, mit faszinierend futuristischer Architektur und dem grössten Hafen Europas.

Burgen, Sagen, Loreley

Die Burgen am romantischen Mittelrhein

Marksburg. Die 1231 erstmals genannte Marksburg ist eine Gipfelburg auf einem Bergkegel und gilt als besterhaltene, nie zerstörte Höhenburg am Mittelrhein.

Wasserburg. Direkt am Rhein liegt die kleine beschauliche Wasserburg in Osterspai. Im 13. Jahrhundert wurde die Burg erbaut mit umgebenen Wassergräben und einem viergeschossigen Wohnturm.

Burg Sterrenberg. Im Auftrag des Reichs, erbaute man Burg Sterrenberg am Ende eines langgezogenen Bergsporns, wahrscheinlich schon gegen 1100. 1568 wurde die Burg schon als verfallen gemeldet und als Steinbruch genutzt.

Burg Liebenstein. Das genaue Errichtungsdatum der Burg ist nicht bekannt, sie muss um 1290 erbaut worden sein. Die Burg war durch Graben und Mauer gegen die Bergseite als auch die Nachbarburg Sterrenberg geschützt. Nach 1587 wurde die Burg aufgegeben.

Burg Maus. Die Kernburg hat einen quadratischen Grundriss mit Innenhof und zwei Wohntürmen. Sie besitzt einen in den Stein gehauenen Halsgraben an der Angriffsseite mit einer 10 Meter hohen Schildmauer in die der Bergfried eingebaut ist. In die Jahre gekommen zerfiel die Burg allmählich doch wurde zwischen 1900 und 1906 wieder aufgebaut.

Burg Katz. Von den Weinbergen in Patersberg aus, hat man einen wunderbaren Blick auf die Burg Katz hinter der sich die Loreley emporreckt. Mit der schräg gegenüberliegenden Schwesterburg Rheinfels bildeten sie zusammen eine perfekte Stromsperre zum Schutz des einträglichen Rheinzolls.

Burg Reichenberg. Die nicht vom Rhein aus erkennbare, in einem Seitental gelegene Burg in Reichenberg ist eine baugeschichtlich und burgenkundlich einzigartige Architektur des Mittelalters. 

Sauerburg. Die Sauerburg ist eine der letzten Burgenbauten am Rhein im Sauertal. Der Pfalzgraf Ruprecht gründete die Wehranlage im Jahre 1355. 

Burg Gutenfels. Die inmitten alter Weinbergen gelegene auf einem Bergsporn errichtete Burg wurde um 1220/30 hoch über Kaub errichtet. Sie ist mit ihrem gewaltigen, quadratischen Bergfried und der streng angeordneten Kernburg eine der bedeutendsten Beispiele staufischer Wehr- und Wohnbauten am Rhein. 

Burg Pfalzgrafenstein. Nach der Loreley dürfte die „Pfalz“ in Kaub das beliebteste Fotomotiv am Mittelrhein sein. Im Jahre 1326 wurde sie von Ludwig dem Bayern auf einer im Rhein liegenden Klippe erbaut, damit man Zoll von Rheinauffahrenden Schiffen kassieren konnte. © loreley-touristik.de

Geschichten und Sagen um die Loreley

Bereits im Mittelalter wurden Zwerge, Nymphen oder Berggeister für die gefährlichen Strömungen und die Echos am Loreleyfelsen verantwortlich gemacht. Von einer Frauengestalt namens Loreley ist aber zunächst noch nicht die Rede.

Der erste, der den Felsennamen auf eine Person übertrug und damit eine Kunstsage schuf, war der Dichter Clemens Brentano. Wahrscheinlich verband er den Echofelsen mit dem antiken Mythos der Nymphe Echo, welche aus Trauer über den Verlust ihres Geliebten zu einem Felsen erstarrte, von welchem fortan ihre Stimme als Echo ertönte. Clemens Brentano schrieb in seinem Roman Godwi (1801–1802) eine Ballade über Lore Lay, eine eponyme Frau, die aufgrund ihrer Anziehungskraft auf Männer für eine Zauberin gehalten wird und sich schließlich aus Liebeskummer vom gleichnamigen Felsen stürzt. Die Sage von der Loreley entspricht thematisch dem romantischen Weltbild. 

Diese Ballade Brentanos gab den Anstoß zu weiteren Erzählungen mit einer gleichnamigen weiblichen Gestalt am gegebenen Ort. Am berühmtesten ist das Gedicht/Lied von Heinrich Heine. Es prägte die Figur der Loreley als eine Art Nixe, die gleich einer Sirene durch ihren Gesang und ihre Schönheit die Rheinschiffer in ihren Bann zieht, woraufhin diese durch die gefährliche Strömung und die Felsenriffe umkommen.

Das Gedicht der Loreley

Ich weiss nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin; ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fliesst der Rhein; der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar; ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei; das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe ergreift es mit wildem Weh; er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn; und das hat mit ihrem Singen die Loreley getan.

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