Ein Tropfen Rheinwasser, sagt man, brauche zwei Wochen für seine Reise durch Europa

Schauplatz der Geschichte, Kulisse von Geschichten. Sein Ursprung liegt in Graubünden. Bis er nach 1230 Kilometern in den Niederlanden sein Delta an der Nordsee erreicht, wechselt er viele Male seine Kulisse. Der Rhein – ein mächtiger Strom. Hier von Menschenhand gezähmt, dort ein wildes Naturereignis oder ein idyllisches Biotop.

Rheinromantik. Hinter Mainz dreht der Fluss abrupt nach Norden. Eben noch war sein Flussbett fast 800 Meter breit. Hier im Mittelrheintal verengt sich sein Lauf. Eine majestätisch-romantische Kulisse tut sich auf – mit mehr als 40 Burgen, Weinbergen, schroffen Tälern und Schieferfelsen. Die Loreley ist hier der Star – eine Legende der Rheinromantik aus dem 19. Jahrhundert.

Metropolen von Kultur und Wirtschaft. Der Kölner Dom ist die berühmteste gotische Kathedrale der Welt – hier beginnt der Niederrhein. Dann durchfliesst der Strom das grösste Ballungsgebiet Deutschlands, die Metropolregion Rhein-Ruhr. In Duisburg liegt Europas grösster Binnenhafen.

Landwirtschaftliche Idylle. Stromabwärts leben die Menschen von der Landwirtschaft. Der Horizont weitet sich. In Emmerich spannt sich die längste Hängebrücke Europas über den Strom, bevor er sich an der deutsch-niederländischen Grenze im Rhein-Maas-Delta teilt und verästelt, um schliesslich – gelotst von Schleusen und Gezeiten – in die Nordsee zu münden.


Die Loreley – das Gedicht und das Lied

Ich weiss nicht, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin;
ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
und ruhig fliesst der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar;
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn;
und das hat mit ihrem Singen
die Loreley getan.

Das Gedicht von Heinrich Heine aus dem Jahre 1824 geht auf die Loreleysage zurück. Es wurde berühmt mit dem Lied von Friedrich Silcher (1837). «Ich weiss nicht was soll es bedeuten»

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